12:54:09 - Broschuere Großbettlingen

47 hinaus können Wünsche und Anordnungen über spätere Lebensgestaltung getroffen werden (zum Beispiel ob man bei Pflegebedürftigkeit zu Hause oder in einem Pflegeheim versorgt werden will, welches Pflegeheim man bevorzugt oder welche Wünsche und Gewohnheiten insbesondere von dem Betreuer respektiert werden sollen). Diese Wün- sche haben Betreuer – unter Beachtung des Wohlstandes des Betroffenen und der Zumutbarkeit für die Betreuer – zu befolgen. Eine Betreuungsverfügung kann auch von einer nicht geschäftsfähigen Person formlos abgegeben werden. Die Unterlagen sollten so aufbewahrt werden, dass sie im Bedarfsfall aufgefunden werden. Es bietet sich daher an, einer Vertrauensperson, einem Notar, Arzt oder Anwalt eine Kopie auszuhändigen. Die „ESSLINGER INITIATIVE Vorsorgen – Selbstbestimmen e. V.“ hat verschiedene Formulare (Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung) und ein persön- liches Beratungskonzept entwickelt. Frau Ilse Bartsch, Mitarbeiterin beim Verein für Betreuun- gen und Vorstandsmitglied der „ESSLINGER INITIATIVE Vor- sorgen – Selbstbestimmen e. V.“ hält von Zeit zu Zeit in der Großbettlinger Spätlese Vorträge zum Thema Vollmacht – die Aufgabe zu bedenken. Es können gleichzeitig mehrere Personen bevollmächtigt werden, die sich gegenseitig kontrollieren beziehungsweise für verschiedene Aufgaben zuständig sind. Dabei kann festgelegt werden, ob die Be- vollmächtigten nur gemeinschaftlich oder einzeln handeln können. Neben jeder Art von Rechtsgeschäften in Vermö- gensangelegenheiten kann die Regelung von Wohnungs- angelegenheiten, die Auswahl eines Pflegeheimes, einer Klinik, der behandelnden Ärzte sowie der Abschluss von Verträgen Gegenstand der Vollmacht sein. Die Vollmacht kann auch eingeschränkt werden; so kann beispielsweise die Verfügung des Bevollmächtigten über den Grundbesitz ausgeschlossen werden oder festgelegt sein, dass in den Abschluss eines Heimvertrages nur dann eingewilligt wird, wenn alle anderen Hilfen nicht mehr ausreichen. Neben der Vollmacht, die den Bevollmächtigten gegen- über Dritten legitimiert, sollten ebenfalls die Pflichten des Bevollmächtigten sowie die eigenen persönlichen Bedürf- nisse und Wünsche schriftlich festgelegt werden. Rechtliche Betreuung/Betreuungsverfügung Seit Inkrafttreten des Betreuungsgesetzes im Jahre 1992 ist an die Stelle der Vormundschaft für Volljährige sowie der Gebrechlichkeitspflegschaft die gesetzliche Betreuung getreten. Eine Betreuung wird für Erwachsene eingerich- tet, die auf Grund einer psychischen Krankheit oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr regeln können. Die Notwendigkeit zur Einrichtung einer Betreu- ung wird auf Anregung von Dritten – wie Angehörigen oder Ärzten – vom Vormundschaftsgericht geprüft. Das Gericht entscheidet nach persönlicher Anhörung des Betroffenen. Es legt bei Bedarf die Bereiche für die eine Betreuung not- wendig ist – unter anderem Vermögenssorge, Gesundheits- sorge, Aufenthaltsbestimmung oder auch Auflösung der Wohnung – fest und bestellt einen Betreuer. In der Regel wendet sich das Gericht bei der Suche nach einem Betreuer zuerst an die Angehörigen oder Freunde, dann an Betreu- ungsvereine oder Berufsbetreuer. Betreuer sind gegenüber dem Vormundschaftsgericht rechenschaftspflichtig. Durch eine schriftliche Betreuungsverfügung kann für den Betreuungsfall vorgesorgt werden, welche Person zum gesetzlichen Betreuer bestellt werden soll. Darüber Grossbett AZ Hotel-Uno1 93x88.indd 1 09.06.10 14:06 Link zur Homepage

Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download